Saperavi

Die georgische Rebsorte Saperavi, deren Name übersetzt „etwas zum Färben“ bedeutet, ist die bedeutendste rote Rebsorte des Landes. Als eine der ältesten Sorten Georgiens nimmt sie mit über 4000 Hektar Anbaufläche rund 10 % der gesamten Weinberge ein. Die Vielseitigkeit von Saperavi zeigt sich in den verschiedenen Weinstilen, die von trocken über halbsüß bis hin zu vollsüß und likörartig reichen. Bei der Herstellung kommen sowohl traditionelle georgische als auch europäische Methoden zum Einsatz, wobei die Weine häufig in Fässern aus verschiedenen Eichenarten (französisch, amerikanisch, slawonisch, russisch oder ungarisch) reifen. Charakteristisch für diese teinturierartige Rebsorte, deren Fruchtfleisch ebenfalls gefärbt ist, sind tiefdunkle, fast undurchsichtige Weine mit intensiven Aromen von dunklen Beeren, Lakritz, gegrilltem Fleisch, Tabak, Schokolade und Gewürzen. Die Weine sind saftig, tanninreich und weisen eine ausgeprägte Säure auf, während der Alkoholgehalt meist zwischen 12 und 14 % liegt.
Das Terroir spielt eine wesentliche Rolle bei der Ausprägung der Aromen: In kühleren Gebieten mit Bergbrisen dominieren rote Beeren und die Weine wirken eleganter, während wärmere Regionen mit dunkleren Böden intensivere Noten von schwarzen Früchten, Fleisch und einen höheren Alkoholgehalt hervorbringen.
Die Vielfalt der Klone und Variationen von Saperavi zeugt von der langen Geschichte dieser Rebsorte. Ampelographen haben über 150 Jahre hinweg mindestens 17 Varianten beschrieben, darunter **Saperavi Budeshuriseburi**, was übersetzt „Saperavi mit länglichen Beeren“ bedeutet. Diese Variante, die als Mutation gilt, wurde in kleinen Mengen zusammen mit der Hauptsorte angebaut.
Zu den bekanntesten Herkunftsregionen (PDOs) für Saperavi gehören **Napareuli** (trocken), **Mukuzani** (trocken mit intensiveren Aromen) und **Kindzmarauli** (halbsüß mit frischer Säure). Die Region Akhasheni in Kachetien zeichnet sich durch ältere Reben aus, die komplexe, langlebige Weine hervorbringen. Während trockene, konzentrierte Saperavi-Weine oft eine Reifung von mehr als zehn Jahren benötigen, sind halbsüße Varianten wie Kindzmarauli und Akhasheni für den schnellen Genuss innerhalb von ein bis zwei Jahren gedacht. Nach einer Erhebung aus dem Jahr 2004 gab es in Georgien etwa 3704 Hektar Anbaufläche für Saperavi.