Mtsvane Kakhuri

Mtsvane Kakhuri, übersetzt „grünes Kakheti“ und oft nur „Mtsvane“ genannt, ist eine von sechs Varianten der Mtsvane-Rebe, die in Georgien angebaut werden. Jede hat ein einzigartiges DNA-Profil und ist nach ihrem Herkunftsgebiet benannt. Diese Sorte, die älter als Rkatsiteli sein soll, hat dunkelgrüne, trichterförmige, fünf-lappige Blätter. Ihre mittelgroßen Traubenbündel sind oft dicht und manchmal schulterförmig, mit mittelgroßen Beeren.

Die Rebe treibt spät aus (Ende April) und reift vor Rkatsiteli, typischerweise in den letzten zwei Septemberwochen. Sie zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, Zucker schnell zu akkumulieren, während sie eine hohe Säure bewahrt, was sie ideal für süße und Likörweine macht. Die Erträge sind hoch, jedoch ist die Rebe anfällig für Echten Mehltau und reagiert empfindlich auf Umweltbedingungen, weshalb eine sorgfältige Pflege notwendig ist. Gegen Winterfröste ist sie jedoch robust. Mtsvane Kakhuri gedeiht besonders gut auf kalkhaltigen Böden in Kakheti, insbesondere in Tsinandali, Manavi, Gurjaani, Vazisubani und Kardenakhi.

In der europäischen Vinifikation entstehen aus Mtsvane Kakhuri trockene, strohfarben-grünliche Weißweine mit Aromen von weißem Pfirsich, Blüten, Zitrusfrüchten und tropischen Noten, begleitet von einem dezenten mineralischen Unterton. Qvevri-Weine hingegen entwickeln dunklere Töne mit ausgeprägten Aromen von Aprikose und Steinfrüchten. Da die Sorte leicht oxidiert, erfordert sie beim europäischen Ausbau eine behutsame anaerobe Verarbeitung. Häufig wird Mtsvane Kakhuri auch mit Kisi oder Rkatsiteli verschnitten, wobei sie für mehr aromatische Intensität sorgt und die anderen Sorten die Oxidation minimieren.

Als Solosorte wird Mtsvane Kakhuri für den PDO Manavi verwendet, einen trockenen Weißwein aus der gleichnamigen Region Kakhetis. Für den klassischen Tsinandali PDO können bis zu 20 % Mtsvane Kakhuri mit Rkatsiteli kombiniert werden. Die Rebsorte findet auch in Likörweinen wie Kardenakhi oder als Tafeltraube Verwendung. Im Jahr 2004 waren in Georgien 249 Hektar mit Mtsvane Kakhuri bepflanzt.